A Woman with Purpose: Jung Kwak

A Woman with Purpose: Jung Kwak

Es begann mit dem Traum Kinderärztin zu werden, und der Suche nach einem Instrument, das ihr bei Studium und Arbeit helfen würde, bis die junge Jung Kwak ihre wahre Leidenschaft fand: die Harfe.

Sie begann im Alter von 11 Jahren zu spielen und begeisterte schon nach drei Jahren die Musikwelt als Solistin der Seoul National Symphony. Nach Jahren der Hingabe und harten Arbeit ist Jung heute weltweit als eine der talentiertesten Künstlerinnen der klassischen Musik anerkannt.

Jung spielt weiterhin mit dem einzigen Harfenensemble in Korea, Harpyday, und organisiert Konzerte und Veranstaltungen, um neue Talente zu fördern. Das Ensemble veranstaltet zudem ein jährliches Benefizkonzert mit dem Titel "Sharing Love", dessen Einnahmen dem Hansarang-Waisenhaus, einem Heim für behinderte Kinder, zugutekommen.

Während sie weiter ihrer Bestimmung nachgeht, geht Jung Kwak jeden Tag mit dem Gedanken an, dass es im Leben nichts gibt, was unmöglich ist. Wir haben uns einen Moment Zeit genommen, um mit dieser inspirierenden Frau über ihre Anfänge zu sprechen, über die Lektionen, die sie auf ihrem Weg gelernt hat, und darüber, was sie inspiriert.

A Woman with Purpose: Jung Kwak


- Was hat Ihr Interesse für die Harfe geweckt?

Mein Traum war es, Ärztin zu werden, eine Kinderärztin, und ich wollte ein Instrument lernen, das mir helfen würde, meinen Stress bei der Arbeit abzubauen und in Zukunft für meine kleinen Patienten zu spielen. Meine Grossmutter nannte mich immer 'Cheonsa', was auf Koreanisch 'Engel' bedeutet. Und sie erwähnte immer, dass sie wollte, dass ich Harfe spiele, weil die Engel sie spielen. Ich habe mit 11 Jahren angefangen, Harfe zu spielen, und ich habe mich einfach in das Instrument verliebt. Ich wusste schon in jungen Jahren, dass dies meine Bestimmung war.

-Können Sie uns die Magie der Harfe erklären?

Ein himmlischer Klang. Er ist so wohltuend, beruhigend und fast magisch. Auch das Aussehen des Instruments ist einfach umwerfend. Es ist das einzige Instrument, das vom Publikum mit Applaus bedacht wird, wenn die Bühnenarbeiter die Harfe auf die Bühne bringen, bevor der Künstler auftritt.

- Was ist der Sinn von Musik?

Ich denke, Musik bereichert das Leben. Wir sind überall von Musik umgeben und Musik ist eng mit unserem täglichen Leben verbunden. Ohne Musik würde man Filme, Dramen oder Animationen nicht erinnern. Musik berührt unsere Gefühle und ermöglicht es uns, ehrlich zu uns selbst zu sein. Musik lässt einem seinen Gefühlen treu sein und hilft einem, seine Gedanken und Gefühle zu verwirklichen.

- Was ist Ihr denkwürdigstes Erlebnis bei einem Auftritt und warum?

Jedes Konzert ist für mich etwas ganz Besonderes, und ich habe so viele schöne Erinnerungen. 1997, als ich noch eine Schülerin war, hatte ich mein professionelles Debüt mit Maestro Zubin Mehta und dem Israel Philharmonic Orchestra. Es war das allererste Mal, dass sie Korea besuchten, und ich fühlte mich sehr geehrt als Konzertsolistin für meinen Traumdirigenten zu spielen. Seit ich klein war, hörten meine Grossmutter und ich uns die Aufnahmen von Maestro Zubin Mehta an, da er auch ihr Lieblingsdirigent war. Es war ein Moment, in dem ein Traum wahr wurde!

- Was ist derzeit in Ihrer Handy Wiedergabeliste zu finden?

Nichts. Ich höre nicht gerne mit dem Handy Musik. Ein grosser Teil meines Alltags besteht aus Üben und Unterrichten und ich höre die ganze Zeit intensiv Musik. Wenn ich nicht an der Harfe sitze, gönne ich meinen Ohren gerne eine Pause. Aber ich gehe gerne in Konzerte, weil Live-Musik jeglicher Art das Herz berührt.

- Während der Pandemie suchten die Menschen, wie immer, Trost in der Musik. Warum ist Musik so wohltuend?

Man kann sich mit der Melodie identifizieren, egal welche Sprache man spricht oder woher man kommt. Musik ist eine universelle Sprache, und deshalb trösten und berühren die verschiedenen Arten von Musik die Herzen der Menschen. Ich habe nicht nur beim Zuhören so viele glückliche Gesichter gesehen, sondern auch, wenn Menschen ein Instrument, einschliesslich Gesang, lernen und spielen. Musik ist die beste Sprache, mit der man sich in andere einfühlen kann.

- Manche Leute halten die Harfe immer noch für ein weltfremdes, traditionelles, sehr weibliches und fast himmlisches Instrument. Was ist Ihr Einwand?

Die Harfe wird als Instrument für Frauen dargestellt, doch über 70 % der grossen Meister des 19. und 20. Jahrhunderts waren Männer. Kyo Sook Lee, der allererste Harfenspieler in Korea, war ebenfalls ein Mann. Sicherlich ist es ein himmlisches Instrument, aber eine Harfe kann auch ein dynamisches und kraftvolles Instrument sein. Sie hat so viele Möglichkeiten, dass die Leute gar nicht wissen, dass sie nicht nur himmlisch aussieht und ruhig klingt.

- Können Sie uns etwas über die Idee hinter dem Harpyday Ensemble erzählen, das Sie 2002 gegründet haben?

Das Harpyday Ensemble ist das führende professionelle Harfenensemble in Asien. Meine lieben Studenten hatten damals die Idee für ein Harfenensemble. Das Ensemble ist einzigartig, da es nicht nur auftritt, sondern auch die Korea International Harp Competition und das Korea Harp Festival organisiert, die die Harfe aktiv in der Öffentlichkeit bekannt machen. Mit der Leiterin Sunyoung Bang, der Exekutivdirektorin Yoonmi Ji, Yaesong Jee, Jeongi Jeon und Soomin Yoon besteht es aus der führenden nächsten Generation koreanischer Harfenisten.

- An welchem Projekt arbeiten Sie derzeit?

Jedes Jahr im Dezember gebe ich zusammen mit dem Harpyday Ensemble und Freunden eine Benefizkonzertreihe mit dem Titel "Sharing Love". Dieses Jahr ist es das 10. Konzert. Der gesamte Erlös des Konzerts kommt dem "Hansarang Orphanage" zugute, das vom Green Umbrella Child Fund betrieben wird. Das „Hansarang Orphanage" ist ein Waisenhaus für behinderte Kinder im Alter von 0 bis 7 Jahren. Ich habe mich 2009 in die Kinder verliebt, als ich mit meinen Studenten für Freiwilligenarbeit dorthin ging. Als ich schwanger war, erhielt ich die Diagnose, dass mein Kind behindert sein würde. Als mein Sohn 2008 geboren wurde, war er zum Glück ein völlig gesundes Baby. Ich war so dankbar, und das hat meine Sicht auf das Leben und die Musik völlig verändert. Ich spürte, dass es meine Bestimmung war, meinem Publikum nicht nur Freude zu bereiten, sondern auch zu helfen. Durch die Spenden der "Sharing Love"-Serie konnten viele Kinder operiert werden und können nun ein besseres Leben führen.

- Was ist die wichtigste Lehre, die Sie aus Ihrer Arbeit als Musikerin gezogen haben, und wie haben Sie sie gelernt?

Sorgfalt und Aufrichtigkeit. Es gibt keinen Verrat in ständiger Anstrengung und harter Arbeit. Durch ständiges Üben entwickelt man Ausdauer und Widerstandsfähigkeit, die meiner Meinung nach die wichtigsten Eigenschaften im Leben sind.

- Wenn Sie Ihrem jüngeren Ich eine Botschaft mit auf den Weg geben könnten, was würden Sie sagen?

"Es gibt nichts, was im Leben unmöglich ist." Wenn du etwas wirklich willst und dein Bestes gibst, kannst du alles erreichen. Es spielt keine Rolle, um welche Art von Arbeit es sich handelt, gib immer 200 % oder mehr. Das war das Motto meiner Mutter, und sie hat es mir immer eingebläut. Hab keine Angst vor neuen Herausforderungen, auch nicht vor Misserfolgen, denn aus jeder Erfahrung kann man wertvolle Lehren für das Leben ziehen.

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